Umwelt- und Naturschutz

Der Begriff Naturschutz umfasst alle Untersuchungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Eine nachhaltige Nutzbarkeit der Natur durch den Menschen wird angestrebt. Der Naturhaushalt soll als Lebensgrundlage des Menschen und aufgrund des eigenen Wertes der Natur geschützt werden. Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, Natur und Landschaft auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten (§ 1 Bundesnaturschutzgesetz). Er ist somit öffentliche Aufgabe und dient dem in Artikel 20a Grundgesetz verankerten Staatsziel.
(Quelle: Wikipedia)

Lässt sich das verbinden?
Naturschutz und Angeln?

Als nachhaltiger „Naturnutzer“, zu denen man als Angler oder auch zum Beispiel als Jäger zählt, ist man in der heutigen modernen und synthetisierten Welt oft Kritik ausgesetzt. Der Mensch droht durch die Massenangebote an Nahrungsmitteln den Bezug dazu zu verlieren, woher seine Nahrung überhaupt stammt, wie sie geerntet, gesammelt und weiter verarbeitet wird. Viele Menschen geben an, müssten sie selbst schlachten, würden sie es sich zwei Mal überlegen, Fleisch essen zu wollen. Viele Leute empfinden es als „grausam“, anderen Tieren das Leben zu nehmen, greifen jedoch beherzt zur Fleisch- und Fischpackung in der Theke. Sie müssen es nicht sehen, wo und wie es produziert wird, also haben sie kein schlechtes Gewissen. So etwas nennt sich auch Doppelmoral. Wichtiger ist es hier, den Leuten den Sinn wieder zu vermitteln, einen echten Bezug zu ihrer Nahrung und Umgebung zu geben, in der sie leben, statt blind und verantwortungslos zu konsumieren.

Angeln ist nicht nur Herumstehen und nach Fischen suchen. Es ist die aktive Auseinandersetzung des Menschen mit sich und seiner Umwelt, in der er lebt.
Wie in den Naturschutzstatuten klar festgesetzt ist, geht es bei Naturschutz um den Erhalt der Umwelt, sodass sie für den Menschen eine Lebensgrundlage ist. Dabei gilt es nicht, den menschenlosen Urzustand herzustellen, denn der Urzustand der Natur vor dem Menschen war dem Mensch selbst oft unkomfortabel. Wieso sonst hat er die Umwelt sonst aktiv verändert?

Der große Unterschied zwischen Mensch und Natur ist, dass die Natur kein Gewissen besitzt. Der Mensch (oft) schon. Der Mensch dressiert sein Gewissen aus dem Wunsch heraus, moralisch zu handeln und hangelt zwischen unmoralischem Verhalten, Gedankenlosigkeit und überengagiertem Helfertum. Was die Natur dabei will, wird sie kaum gefragt. Und wahrscheinlich werden wir selten bis überhaupt keine Antwort auf diese Frage bekommen. Was also bleibt, zwischen dem Herstellen des wilden, ungastlichen Ursprungszustands und der künstlich erhaltenen Plastikwelt, ist Nachhaltigkeit und einen Sinn für Nachhaltigkeit zu erschaffen, sodass der Kompromiss einer Welt entsteht, die für den Menschen gastlich und für die Natur so unangetastet wie möglich ist.

Positionspapier des Deutschen Anglerverbandes zum Schutz von Natur und Umwelt

  1. Der Deutsche Anglerverband tritt kompromisslos für den Schutz von Natur und Umwelt ein und wirkt aktiv insbesondere für die Erhaltung der aquatischen Lebensräume und der mit ihnen in Verbindung stehenden Biotope in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Durch Hege und Pflege der Gewässer leistet er in Kooperation mit anderen in gleicher Richtung wirkenden Verbänden und Institutionen einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen die Schädigung und Zerstörung vieler Gewässer und gegen das fortschreitende Aussterben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten.
  2. Zum Erreichen dieser Zielstellungen sind die enge Zusammenarbeit und das einheitliche Wirken aller deutschen Angler und ihrer Organisationen unabdingbare Voraussetzung. Nur durch gemeinsame Anstrengungen und Bündelung aller Kräfte ist es möglich, die Öffentlichkeit umfassend über dieses wichtige Anliegen zu informieren und für die Mitwirkung beim Bemühen um den Schutz der Gewässer zu mobilisieren.
  3. Angler und Berufsfischer sind Partner bei der Nutzung der Gewässer. Durch ihren engen Kontakt mit den Gewässern und ihre Sachkenntnis können sie Vorsorge gegen negative Einflüsse auf die aquatischen Lebensräume leisten und bei geschädigten Gewässern zu ihrer Renaturierung und Gesundung beitragen. Mit Hilfe einer sinnvollen und fachgerechten Bewirtschaftung werden die Gewährleistung des biologischen Gleichgewichtes und damit die Erhaltung bedrohter Pflanzen- und Tierarten in den durch die Kulturlandschaft geprägten mitteleuropäischen Gewässern unterstützt und gefördert.
  4. Neben der Förderung der Fischbestände durch Unterstützung der natürlichen Fortpflanzung und gewässerspezifischem Besatz mit Jungfischen ist der Fang von Fischen ein notwendiges Instrument der Gewässerbewirtschaftung und Gewässerpflege. Fische sind hochwertige Nahrungsmittel, die für eine gesunde Ernährung förderlich sind. Die Nutzung der Gewässer durch den individuellen oder gemeinschaftlichen Fang von Fischen für den menschlichen Verzehr stellt darüber hinaus eine sinnvolle Freizeitgestaltung dar, der beachtliche soziale Effizienz zukommt.
  5. Der Deutsche Anglerverband betrachtet es als wichtiges Anliegen, im Interesse eines aktiven Gewässerschutzes bei allen Maßnahmen verantwortlich mitzuwirken, die für die Erhaltung, Gestaltung und Gesundung von Gewässern notwendig sind. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit aller an ihrer Pflege und Nutzung sowie an Umwelt-, Natur- und Tierschutz interessierten Verbände erforderlich. Der Deutsche Anglerverband erwartet andererseits auch, von den Fachbehörden des Bundes, der Länder und Gemeinden als kompetenter Partner zur entsprechenden Mitwirkung herangezogen zu werden.

Fazit

Alles was bleibt, ist der Wunsch des Menschen, auch in ein paar Generationen noch ein Fleckchen Grün und ein wenig klares Wasser vorfinden zu können, da ihm die Welt, so wie sie noch ist, scheinbar am besten liegt und diese für ihn erhaltenswert ist. Deshalb sollten Angeln und Naturschutz ebenso miteinander Hand in Hand gehen. Nicht übermoralisiert. Nicht fantastisch. Nicht schwarzmalerisch. Aber kritisch, vernünftig und verantwortungsvoll sollte jeder Mensch mit seiner Umwelt umgehen, denn sie sollte ihm am Herzen liegen, als seine Lebensgrundlage.